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Los Organos / La Gomera

TV und Online -
Todfeinde oder Traumpartner?

Die Medienlandschaft ändert sich gerade in dramatischer Form. Als belächeltes Baby betrat das Internet vor etwa fünfzehn Jahren die Bühne und steht nun als strahlender jugendlicher Held in der Mitte der Scheinwerferlichts. Seine ersten Schlachten hat er siegreich geschlagen, die Helden von einst sitzen irritiert und zumeist ratlos am Bühnenrand und lecken ihre Wunden.

Was zum Teufel ist hier passiert?

Als ich Mitte der 90er Jahre einem Entscheider eines TV-Senders empfahl, ein eigenes Internetangebot aufzubauen, hieß es: "Brauchen wir nicht, wir haben Videotext." Noch fünf Jahre später war der Chef eines anderen Medienbetriebes überzeugt: "In drei Jahren redet niemand mehr vom Internet."
Beide - das wissen wir heute - haben ihren Job schlecht gemacht.

Aus historischer Perspektive lässt sich die gegenwärtige Medienrevolution gelassen sehen. So heißt es im von 'alten Medien' gerne zitierten 'Rieplschen Gesetz' von 1913,

dass eingebürgerte Medien "niemals wieder gänzlich und
dauernd verdrängt und außer Gebrauch gesetzt werden [...],
sondern sich neben diesen erhalten ...
"

Wieder und wieder wurde dieses Glaubensbekenntnis in den vergangenen Jahren heruntergebetet - bevorzugt auf hochkarätig besetzten Podiumsdiskussionen. Die Hoffnung: Tageszeitung, Hörfunk und Fernsehen waren über Jahrzehnte die dominierenden Leitmedien, also werden sie es auch künftig sein. Implizit: Internet sei nur eine Randerscheinung, ein ergänzendes Etwas ohne eigenen Wert.

Nie habe ich dabei den zweiten Teil des Satzes gehört, der so endet:

"nur dass sie (die "eingebürgerten Medien") genötigt werden,
andere Aufgaben und Verwertungsgebiete aufzusuchen
."

So einfach ist das: Wolfgang Riepl hatte Recht - wir erleben im Augenblick nichts anderes, als dass das Internet die Medienlandschaft komplett umkrempelt und neu sortiert. "Eingebürgerte" Medien werden zu Begleitmedien, Massenmedien werden zu Nischenanbietern. Jedes Medium wird genötigt, sich einen neuen Platz zu suchen.

Dieses Phänomen betraf zunächst nur die Tageszeitungen, dann den Hörfunk. Nun - mit breitbandigen Internetzugängen - steht das vermeintlich unangreifbare Leitmedium Fernsehen unter Beschuss: Werbeetats wandern ab, jüngere Zielgruppen finden sich nicht wieder und wenden sich ab, die Kreativen produzieren fast ausschließlich nur noch für das Internet.

Fernsehen in 10 Jahren: Nischenprodukt für bildungsferne Rentner ?

Nein - das Fernsehen wird seine Funktion als Leitmedium noch einige Zeit erhalten, zumindest für 'ältere' Kunden ab 30 - davon bin ich überzeugt. Doch wir stehen erst am Anfang eines tiefgreifenden Veränderungsprozesses. Auch Fernsehmacher müssen umdenken. Das neue Medium Internet kann ihnen den Todesstoß versetzen oder als mächtiger Verbündeter gewonnen werden.

Wer sich gegen diesen Lernprozess sträubt, wer glaubt, trotzig mit alten Rezepten in die digitale Medienzukunft marschieren zu können, wird bald nur noch als Randnotiz der Mediengeschichte aufscheinen.

Wer es dagegen schafft, die Leistungsfähigkeit des Internet zu erkennen und seine spezifischen Kommunikationswirkungen zu verstehen, der wird in der Lage sein, die Stärken des Fernsehens mit den Stärken des Internet zu verbinden - und wird aus der gegenwärtigen Medienrevolution verändert und gestärkt hervorgehen.

Diesen Prozess zu unterstützen - dazu dient dieses Seminar.
 
Seminarinhalte

  Internet 1995 - heute : Entwicklung der Medienlandschaft und ihre Folgen

  Medienforschung : Quantitative und qualitative Veränderungen
   der Mediennutzung

  Stärken und Schwächen der Medien

  Benchmarking: Erfolgreiche Angebote

  Medienspezifische Attraktoren

  Projektarbeit: Konzeption eines medienübergreifenden Programmangebotes
 

Zielgruppe
erfahrene TV-Redakteure und -Entscheider aus Informations- oder Unterhaltungsredaktionen
Seminardauer
Workshop: 2 -3 Tage
Referent
Johannes Friedrich Reichert war 10 Jahre lang als TV-Redakteur für den Bayerischen Rundfunk (Magazine, Dokumentationen) tätig und war beteiligt am Aufbau öffentlich-rechtlicher Online-Angebote. Seit mehr als 10 Jahren trainiert und berät er TV- und Online-Redaktionen. [ mehr ]
Veranstalter
ARD.ZDF medienakademie (ehem. ZFP)
Referenzen / Partner
  ARTE
  ARD.ZDF medienakademie
  MDR - Mitteldeutscher Rundfunk 
  ZDF - Zweites Deutsches Fernsehen
Feedbacks

Aus einer Mail eines Teilnehmers an seine Redaktionskollegen:

"Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

  Wenn Sie wissen wollen, wie sich unsere Arbeit im Fernsehen in den
kommenden Jahren verändern wird,

  wenn Sie wissen wollen, was wir tun müssen, damit uns 'die Onliner'
nicht plötzlich überholt haben,

  wenn Sie wissen wollen, wie wir es vermeiden, mit der Zeit 'altes
Fernsehen' zu werden,

dann sollten Sie sich dieses Seminar gönnen."

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