Johannes Friedrich Reichert Journalismus - crossmedial
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Crossmedial konzipieren und produzieren

"Na, da stellen wir halt ein paar Texte ins Netz!" - Tatsächlich gibt es noch immer Redaktionen, denen die Bedeutung des Internet als Medium nicht bewusst ist.

Doch:
Das Internet hat bei Onlinenutzern als generelle Informationsquelle … inzwischen absolute Priorität“.

Diese Erkenntnis stammt nicht von Internet-Freaks, sondern von den Medienforschern von ARD und ZDF: Jugendliche verbringen durchschnittlich 120 Minuten täglich im Netz - deutlich mehr als mit Fernsehen (100 Minuten) oder Radiohören (97 Minuten). Für viele Online-Nutzer in Deutschland ist das Internet zum wichtigsten Informationsmedium geworden – weit vor TV und Tageszeitung.

Der Siegeszug des Internet

Information ist nicht alles: Wir erleben gerade den Siegeszug von mp3-Musik und Videos im Netz: die aufregendsten Formate versenden sich nicht, sondern schaffen beste Unterhaltung, wann immer der Kunde es will. Die langfristigen Folgen dieser Entwicklung sind abzusehen: Die Medien wachsen zusammen, die entstehende Plattform wird zum integrierenden Multimedium, zum zentralen Leitmedium.

Diese Entwicklung ist dramatisch: bedeutet sie doch, dass Print-, Hörfunk- oder TV-Redakteure nicht mehr am Internet vorbeiproduzieren dürfen, wenn sie langfristig überhaupt noch wahrgenommen werden wollen.

Das heißt nicht nur, dass jedes Produkt einen begleitenden Online-Auftritt braucht, sondern auch, dass dieser Auftritt mediengerecht gestaltet sein muss, damit er erfolgreich wird.

Was macht ein Crossmedia-Produkt erfolgreich?

Internet-Kunden sind inzwischen erfahren und verwöhnt. Sie wissen, dass ein vielleicht besseres Konkurrenzangebot nur einen Mausklick entfernt ist. Deshalb genügt es eben nicht, nur einige lieblose Texte und schlechte Fotos ins Netz zu stellen.

Print, TV, Hörfunk, Internet und mobile Anwendungen sind Medien mit komplementären Stärken. Das gilt es zu nutzen. Das Fernsehen entfaltet seine Kraft aus der Emotionalität seiner Bilder, Hörfunk lebt durch seine Community-Funktion, Printprodukte sind nicht-linear rezipierbar. Internet ist - komplementär dazu - vor allem interaktiv, individualisierbar, nicht-linear und zeitunabhängig nutzbar. Es ist dauerhaft, umfassend und potenziell höchst kommunikativ.

Erfolgreiche crossmediale Angebote erhöhen den Nutzwert für den Kunden. Sie betonen die Stärken des Internets und bietet dem Besucher genau das, was er braucht, was er sich wünscht. Und zugleich binden sie diesen Kunden auch stärker an das ursprüngliche Produkt.

Jede Print-, Hörfunk- und TV-Redaktion braucht demnach ein Konzept, wie sie die Potenziale der beiden Medien optimal nutzt: im Sinne einer bestmöglichen Dienstleistung für den dann zufriedenen Kunden, im Sinne einer langfristigen Sicherung des eigenen Bestehens - quer über alle Medien.
 
 
Seminarinhalte
 

Ziel des Workshops ist es, den Teilnehmern Mittel für eine erfolgreiche Programmbegleitung an die Hand zu geben.

Dazu werden in einem ersten Schritt aktuelle Ergebnisse der Medienforschung ausgewertet und gewichtet. Wer sind meine Internet-Kunden? Was erwarten sie?

In einem zweiten Schritt werden Print, Hörfunk, Fernsehen und Internet in einem Stärken-Schwächen-Profil gegenüber gestellt und Forschungen zur Medienrezeption in einen Praxiskontext gestellt. So werden sinnvolle Elemente einer crossmedialen Konzeption identifiziert und gewichtet: Was macht Produkte erfolgreich?

Auf der Basis dieser Vorarbeiten analysiert die Gruppe bestehende (z.T. eigene) Angebote und identifiziert deren ungenutzten Potenziale.

In einem zentralen Werkstattteil konzipieren die Teilnehmer zu einem realen Format (z.B. Tageszeitungs-ressort, Magazinsendung) ein optimales crossmediales Angebot.

Als Ergebnis sind die Teilnehmer am Ende des Workshops in der Lage, im Redaktionsalltag effektiv und kreativ neue Produkte zu gestalten.

 
Zielgruppe
 
Print-Redakteure, TV-Redakteure, HF-Redakteure, Online-Redakteure
 
Seminardauer
 
Workshop: 2 - 3 Tage
 
Referent
 
Johannes Friedrich Reichert war 10 Jahre lang als TV-Redakteur für den Bayerischen Rundfunk (Magazine, Dokumentationen) tätig und war beteiligt am Aufbau öffentlich-rechtlicher Online-Angebote. Seit 10 Jahren trainiert und berät er Redaktionen. [ mehr ]
 
Veranstalter
 
ARD.ZDF medienakademie (ehem. ZFP)
 
Referenzen / Partner
 

  ARD.ZDF medienakademie (ehem. ZFP)
  BR - Bayerischer Rundfunk
  Deutsche Welle
  ORF - Österreichischer Rundfunk
  RBB - Rundfunk Berlin-Brandenburg 
  ZDF - Zweites Deutsches Fernsehen

 
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